Erasmus spricht spanisch
Das EU-Vorzeigeprojekt im Bildungsbereich, ERASMUS, legt weiter zu. Im Studienjahr 2006/2007 nutzten 3% mehr Studierende als im Vorjahr die Möglichkeit zum Auslandsaufenthalt. Das beliebteste Land der ERASMUS-Community ist Spanien gefolgt von Frankreich und Deutschland.
Der EU-Kommission zufolge beteiligten sich im vergangenen Studienjahr insgesamt rund 160.000 Studierende am 1987 ins Leben gerufenen ERASMUS-Austausch. Dies sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten von ihnen (fast 24.000) kamen aus Deutschland, dem größten der insgesamt 31 am Programm teilnehmenden Länder.
Das beliebteste Zielland war, wie schon im Vorjahr, Spanien. Mehr als 27.000 Studierende aus ganz Europa zog es auf die Iberische Halbinsel, die nicht nur wegen ihres Klimas auf Platz 1 steht. Vielmehr bestätigt der Trend auch, dass immer mehr junge Menschen Spanisch als Fremdsprache erlernen möchten.
Frankreich nahm die zweitgrößte Anzahl (20.673) von ERASMUS-Gaststudenten auf, gefolgt von Deutschland (17.8878) und Großbritannien (16.508).
Insgesamt sei die Anzahl "mobiler Studierender" zwar gestiegen, teilt die EU-Kommission ferner mit, in einigen Ländern war jedoch eine Abnahme (Dänemark, Finnland, Griechenland, Irland, Island, Malta, Norwegen, Spanien und Zypern) oder Stagnation (Deutschland, Niederlande, Schweden) bei der Anzahl ausgesandter Erasmus-Studierender zu verzeichnen.
Erasmus soll zur Regel werden
Kräftige Zuwächse werden hingegen aus den "neuen" Mitgliedstaaten verzeichnet. Mit einem Anstieg um 10% lag die Mobilität der Studierenden aus den 12 Mitgliedstaaten, die der EU 2004 und 2007 beigetreten sind, deutlich über dem europäischen Durchschnitt.
"Europa braucht mehr und bessere Mobilität auf allen Ebenen. Erasmus bietet hierzu einen ausgezeichneten Rahmen", kommentiert Ján Figel, EU-Kommissar für Bildung, Kultur und Jugend die neuen Zahlen. "Das Programm ermöglicht den Teilnehmern, ihr Wissen, ihre Teamfähigkeit und ihre interkulturellen Kompetenzen zu verbessern, was im Endeffekt allen Europäern zugute kommt. Besonders freue ich mich darüber, dass vermehrt Studierende der neuen Mitgliedstaaten das Erasmus-Angebot nutzen. Nach Meinung der Europäischen Kommission sollte die Teilnahme am Erasmus-Programm sowohl für die Studierenden als auch die Lehrkräfte die Regel und nicht die Ausnahme sein."
ERASMUS bietet Hochschulstudierenden ab dem 2. Studienjahr die Gelegenheit, drei bis zwölf Monate an einer Hochschuleinrichtung in einem anderen Teilnehmerland zu studieren.
(14.05.2008)