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welt_150.jpgEU will berufliche Mobilität fördern


Nicht einmal zwei Prozent der EU-Bürger arbeiten außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Dieser geringe Prozentsatz ist seit 30 Jahren nahezu unverändert. Mit der Ausrufung des "Jahres der Mobilität" will Brüssel nun für Bewegung in der Arbeitswelt sorgen.

Dabei ist die Bereitschaft zum arbeitsbedingten Auswandern sehr viel höher als die tatsächliche Mobilität europäischer Arbeitnehmer. Wie eine Eurobarometer-Umfrage vom September letzten Jahres ergab, sind mehr als ein Drittel der EU-Bürger bereit, das Land für einen neuen Arbeitsplatz zu wechseln.

Die "mobilsten" Europäer wären demnach die Polen, von denen mehr als die Hälfte der Befragten einen Job im Ausland sucht oder gegebenenfalls suchen würde. Es folgen die meist mehrsprachigen Luxemburger mit rund 48 Prozent von Arbeitnehmern, die ihrem kleinen Herzogtum den Rücken kehren würden. Am wenigsten flexibel sollen gemäß der Befragung die Österreicher sein: nur etwas mehr als 20 Prozent gaben an, bereit zu sein, auch außerhalb der Alpenrepublik auf Arbeitssuche zu gehen.

Auch in Belgien, Deutschland, Estland und Griechenland ist deutlich weniger als ein Drittel der erwerbsfähigen Bevölkerung der beruflichen Mobilität positiv gegenüber eingestellt. In Schweden und Dänemark liegt dieser Wert hingegen extrem hoch bei 79 beziehungsweise 72 Prozent.

Eine Million offene Stellen 

Die EU-Kommission, die 2006 zum Jahr der beruflichen Mobilität erklärt hat, will nun mit einem Jahresbudget von 10 Millionen Euro den EU-Bürgern die Vorteile von Jobwechsel und länderübergreifender Mobilität näher bringen. Der größte Vorteil bestünde darin, dass Mobilität die Chancen auf einen Arbeitsplatz erheblich steigere. So geht aus Eurostat-Daten hervor, dass 59 Prozent der Menschen, die außerhalb ihrer Heimatregion auf Arbeitssuche gingen, innerhalb eines Jahres eine Arbeitsstelle fanden, wohingegen dies nur 35 Prozent derjenigen Arbeitssuchenden gelang, die in ihrer Region blieben.

Um mehr offene Stellen europaweit besetzen zu können, stellte EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla am Montag auf einer Konferenz zur beruflichen Mobilität in Wien eine  EU-weite Online-Jobbörse vor, auf der rund eine Million offene Stellen in 28 Ländern zu finden sein sollen.

(20.02.2006)

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