"Die Schweizer sind einfach hervorragende Soldaten"
Elmar Mäder (Foto) ist seit 2002 Kommandant der Schweizergarde. Er gehört der Leibwache des Papstes seit 1998 an. Zuvor war der Jurist als selbstständiger Treuhänder und Finanzberater tätig. Der 42jährige ist verheiratet und hat drei Kinder. Unser Mitarbeiter traf den Deutschschweizer im Mai anlässlich der Feierlichkeiten zum 500jährigen Bestehen der Schweizergarde in Rom.
Kommandant, wie kommt es, dass die Leibgarde des Papstes ausgerechnet von Schweizern gebildet wird?
Mäder: Es gibt in der Schweiz eine lange Soldatentradition. Im 15. und 16. Jahrhundert, als die Schweiz ein relativ armes Land war, verließen viele junge Männer ihre Heimat, um in anderen Ländern, meist als Söldner, ihr Glück zu suchen. Schnell waren sie in ganz Europa als exzellente Soldaten bekannt.
Als Papst Julius II. 1505 bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft anfragte, ob sie ihm ein Kontingent von Söldnern für den Schutz des Vatikans zur Verfügung stellten, wusste er sehr wohl, was er tat. Ihm war noch gut in Erinnerung, wie der König Frankreichs nur kurze Zeit zuvor von Schweizern sicher nach Italien und zurück eskortiert wurde - eine für damalige Zeiten alles andere als leichte Aufgabe...
Die sprichwörtliche Neutralität der Schweiz, von der zu jener Zeit ohnehin keine Rede sein konnte, hatte also nichts mit der Entscheidung zu tun, Eidgenossen für die Papstwache zu rekrutieren. Schweizer galten einfach nur als hervorragende Soldaten.
Wie wird die Schweizergarde in der heutigen Schweiz betrachtet?
Mäder: Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass sich immer mehr Schweizer, egal welcher Religionsangehörigkeit, mit der Garde identifizieren und stolz auf sie sind. Wenn ein Schweizer Gardist nach der Mindestdauer von zwei Dienstjahren oder länger in die Schweiz zurückkehrt, kann er sicher sein, einen gewissen Ruf zu genießen. Er wird als eine aufopferungsbereite und disziplinierte Person betrachtet, eine Person, die bewiesen hat, flexibel zu sein und auch lange oder unbequeme Dienstzeiten in Kauf zu nehmen.
Das heißt nicht, dass den Ex-Gardisten präzise Berufswege nach ihrer Dienstzeit offen stehen, aber es sagt etwas über den Charakter der Gardisten aus. Obwohl es keinerlei Automatismus gibt, ist es dennoch so, dass rund 40 Prozent der Gardisten nach ihrer Dienstzeit im Vatikan bei der Polizei oder anderen Sicherheitseinrichtungen tätig werden.
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