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zylinder_150.jpgEU-Wohlstandskluft vergrößert


Das Schaffen gleicher Lebensumstände in der gesamten Europäischen Union bleibt ein hehrer Wunsch. 2005 hat sich die Schere zwischen dem reichsten und dem ärmsten Mitgliedstaat im Vergleich zum Vorjahr sogar weiter geöffnet. Durch den Beitritt Rumäniens und Bulgariens am 1. Januar werden die Unterschiede künftig zumindest anfänglich noch mehr zunehmen.

Luxemburg ist der reichste Mitgliedstaaat der Europäischen Union. Gemäß neuesten, im Dezember veröffentlichten Eurostat-Daten betrug dort das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2005 mit 251 Prozent mehr als das Zweieinhalbfache des EU-Durchschnitts. Diese erstaunliche Wirtschaftsleistung ist jedoch zu einem guten Teil auf die zahlreichen Grenzgänger zurückzuführen. Diese arbeiten zwar im Herzogtum - viele von ihnen übrigens für die zahlreichen dort angesiedelten EU-Einrichtungen - gehören jedoch nicht der Wohnbevölkerung an.

Die Daten im Einzelnen

Hinter dem Sonderfall Luxemburg folgen das einstige "Armenhaus Europas" Irland mit rund 40% über dem Wohlstands-Durchschnitt sowie die Niederlande, Österreich, Dänemark, Belgien sowie Großbritannien. All diese Länder erwirtschafteten pro Kopf etwa 20% mehr als der EU-Durschschnitt.

Deutschland liegt zusammen mit Frankreich und Finnland gut 10% über dem Schnitt. Italien und Spanien hingegen sind bezüglich ihrer Wirtschaftsleistung pro Kopf fast genau EU-Durchschnitt.

Auch alte Mitgliedstaaten unter den "Schnittdrückern"

Unterm Schnitt liegen auch zwei "alte" EU-Mitgliedstaaten. Griechenland und Portugal liegen 20 beziehungsweise 30 Prozent unter dem von den Statistikern in Kaufkraftsstandards ausgedrückten Mittelwert.

Die geringste Wirtschaftskraft weisen (noch) die 2004 der EU beigetretenen Mitgliedstaaten Slowakei, Litauen, Polen und Lettland auf. Dort liegt das Pro-Kopf-BIP etwa bei der Hälfte des Durchschnitts, in Lettland wird der EU-Mittelwert sogar um mehr als die Hälfte unterschritten.

Auch durch den Beitritt von Rumänien und Bulgarien am 1. Januar 2007 wird die EU zumindest anfangs und rein wirtschaftlich betrachtet keineswegs reicher. In beiden Ländern liegt das BIP pro Kopf gut 70 Prozent unter dem EU-Schnitt.

Die Daten im Einzelnen 

(19.12.2006)
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