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EU-Energiepass ab 2006 Pflicht für alle Immobilien
Mietern und Käufern von Wohnraum soll der europäische Energieausweis künftig über den Energieverbrauch ihrer Immobilie Auskunft geben. Die Kommission erhofft sich dadurch erhebliche Einsparungen und geht schon mal mit gutem Beispiel voran. In dem Dokument soll angegeben werden, wie gut die Gebäudeisolierung und die Qualität des Heizsystems sind. Mieter und Käufer haben damit ein verlässliches Kriterium, wie sparsam Energie in ihrem neuen Zuhause eingesetzt wird. Nach der EU-Richtlinie "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden" wird der Pass ab 2006 sowohl für Wohngebäude als auch für öffentliche Gebäude verbindlich. Für öffentliche Gebäude besteht zudem die Pflicht, den Ausweis so sichtbar zu machen, dass sich Besucher leicht ein Bild über die Energiebilanz der Immobilie machen können. "Gut" bis "sehr gut" Wie die EU-Kommission am Mittwoch bekannt gab, geht sie nun selbst mit guten Beispiel bei der Einführung des Passes voran. So hätten Experten aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Polen und Portugal den Sitz der EU-Kommission in Brüssel, das nicht unbedingt schön anzusehende Berlaymont-Gebäude (Foto), untersucht und ein Energie-Gutachten ausgestellt. Dabei wurde das Gebäude gemäß Kommissionsangaben übereinstimmend als ?gut? bis "sehr gut" eingestuft; seine Energieleistung wäre deutlich besser als der Durchschnitt gleichwertiger Gebäude. Pro Quadratmeter verbrauche es derzeit halb so viel wie vergleichbare Gebäude im Durchschnitt. Einsparungen von bis zu 80% Experten schätzen, dass durch das Gutachten teilweise Energieeinsparungen von bis zu 80% erreicht werden könnten. Das Ziel des Energiepasses ist aber zuerst, dass schon beim Kauf, Bau oder der Anmietung einer Immobilie der Energiebedarf und die damit verbundenen Kosten abgeschätzt werden können. Bei Immobilienverkäufen und Neuvermietungen muss der Energiepass dem Käufer oder Mieter vorgelegt werden. Da gemäß der EU-Kommission rund 40% des Gesamtenergieverbrauchs in der Union auf Gebäude entfallen, erhofft sich der zuständige Energiekommissar Andris Piebalgs durch die Einführung des Ausweises erhebliche Einsparungen, die auch positive Auswirkungen auf den Kohlendioxidaustoß in der EU haben dürften. 150 bis 300 Euro und 10 Jahre Gültigkeit Der Preis für das Zertifikat soll zwischen 150 und 350 Euro für Kurzanalysen und bei bis zu 800 Euro für intensive Untersuchungen liegen. Der Energiepass soll 10 Jahre gültig sein. Haus- und Grundbesitzerverbände äußern sich angesichts dieser Preise kritisch zu dem obligatorischen Pass, weil sie eine neue Kostenlawine befürchten, doch werden sich die Kosten in den nächsten Jahren wohl in Grenzen halten. 14 Millionen der 17 Millionen Gebäude in Deutschland sind Ein- oder Zweifamilienhäuser, bei denen die Eigentümer nur selten wechseln. Nur bei den etwa drei Millionen Mehrfamilienhäusern ist die Fluktuation größer. Aber auch dort muss nicht für jede Wohnung der Pass einzeln erstellt werden, sondern nur für das gesamte Haus.
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