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Valencianisch = katalanisch150x145.jpgValencianisch = katalanisch


Die Valencianische Akademie der Sprachen hat gestern einstimmig ein Gutachten angenommen, in dem festgestellt wird, dass das in der Region Valencia gesprochene Idiom keine eigenständige Sprache darstellt. Somit werden in drei spanischen Regionen, in Teilen von Aragón, im französischen Département Westpyrenäen und in Andorra, die gleiche Sprache gesprochen. Im Gutachten heißt es, dass "die verschiedenen Sprachen dieser Territorien eine Sprache darstellen, ein gleiches linguistisches System".

Zwei Bezeichnungen für das Gleiche

Der Text stellt aber klar, dass es in Spanien "zwei gleichermaßen legale Bezeichnungen gibt, um diese Sprache zu bezeichnen". Valenciano in der Comunidad Valenciana (Bundesland Valencia) und katalanisch in Katalonien und den Balearen. Diese Bezeichnungen sind somit nicht sprachwissenschaftlicher Natur, sondern politische Bezeichnungen zur Identitätswahrung.

Die Akademie richtete gleichzeitig einen Appell an die Regionalregierungen in Katalonien und Valencia und an die spanische Zentralregierung, eine Einigung bei der Beizeichnung zu finden, die dann auch offiziell verwendet werden sollte. Dies gelte dann auch auf internationalem Parkett, z.B. bei der EU. Das kann man nur als Forderung nach einer Doppelbezeichnung interpretieren, katalanisch-valencianisch, da katalanisch alleine schon seit vielen Jahren in internationalen Texten verwendet wird.

Das Gutachten wurde mit 17 Stimmen angenommen, es gab keine Gegenstimmen, doch nahmen nicht alle Mitglieder der Akademie an der Abstimmung teil, darunter auch die Präsidentin Ascensió Figueres, die aus gesundheitlichen Gründen abwesend war. 13 Mitglieder der Akademie sprachen sich sogar für die "Einheit" des Valencianischen mit dem Katalanischen aus, was dann aber im Abschlusstext abgeschwächt wurde.

Kritiker fürchten Vereinnahmung

Trotzdem ließen sich die Kritiker dieser Entscheidung nicht lange bitten und protestierten umgehend. So kündigte der Vorsitzende der regionalistischen Parteiengruppe Coalició Valenciana, Juan García Sentandreu, rechtliche Schritte an und forderte von der Regionalregierung, die Sprachakademie zu schließen. Die Gegner des Gutachtens pochen auf die Eigenständigkeit des Valencianischen und wollen sich so weit wie möglich von den Katalanen (und ihrer Sprache) abgrenzen, auch wenn das sprachwissenschaftlich keinen Sinn hat.

Das wussten zwar vorher auch schon alle, jetzt haben sie es aber schwarz auf weiß von einer anerkannten valencianischen Institution. Die Angst vor der Vereinnahmung durch die zahlenmäßig stärkeren Katalanen dürfte nun in und um Valencia erheblich wachsen...

eeg
(10.02 2005)
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