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Euro-Münzfälschungen nehmen zu
Wenn sie nicht erwischt werden, scheint sich auch das Fälschen von Hartgeld für Kriminelle zu lohnen. Wurden 2002, im ersten Jahr des Euro, nur 2.339 falsche Euromünzen sichergestellt, waren es im letzten Jahr bereits mehr als 74.000. Die meistgefälschte Münze ist das 2-Euro-Stück. Europas Gemeinschaftswährung wird auch bei Fälschern immer beliebter: wie die EU-Kommission am Dienstag bekannt gab, wurden im Jahr 2004 über 74.000 gefälschte Münzen aus dem Verkehr gezogen. Dies sind fast dreimal so viel wie im Vorjahr, als gut 26.000 falsche Münzen aus dem Umlauf genommen wurden. Im ersten Jahr nach der Euro-Einführung wurden hingegen nur 2.339 Falschmünzen entdeckt. Nicht nur die Zahl der entdeckten Falschmünzen ist gestiegen, die Fälschungen stammten auch aus mehr verschiedenen Ländern als in den Vorjahren, heißt es in der Pressemitteilung weiterhin. Dabei gingen den Ermittlungsbehörden auch einige große Fische ins Netz. So konnten drei hochmodern ausgestattete Fälscherwerkstätten (zwei in Italien und eine in Spanien) ausgehoben werden, wobei über 80.000 gefälschte Münzen sichergestellt wurden. In diesen drei Werkstätten wurden also mehr Münzen gefunden als insgesamt im gleichen Jahr aus dem Umlauf gefischt werden konnten (74.564). Kaum falsche Fuffziger Es überrscht nicht, dass die am häufigsten gefälschte Münze diejenige ist, bei der es sich am meisten lohnt, nämlich das 2-Euro-Stück. Cent-Beträge scheinen hingegen kaum nachgemacht zu werden. Im ganzen letzten Jahr wurden nur 858 falsche 50-Cent-Stücke aus dem Verkehr gezogen. Ein weiterer Schluss, der aus der EU-Statistik gezogen werden kann, ist, dass die am meisten umlaufenden Münzen auch am meisten gefälscht werden. So war die am häufigsten nachgeahmte nationale Seite die deutsche, gefolgt von der französischen, spanischen, belgischen, italienischen, österreichischen, niederländischen, irischen, griechischen und luxemburgischen nationalen Seite. Die Kommission warnt außerdem davor, dass die Fälschungen immer besser werden. Insbesondere die gefälschten 2-Euro-Münzen seien bei Bargeschäften von Hand zu Hand mitunter nur schwer von den echten zu unterscheiden. Alles in allem sieht die Kommission jedoch keinen Grund zur Beunruhigung. Nach wie vor sei die Zahl der im Umlauf entdeckten Fälschungen weitaus geringer als die Gesamtzahl der Falschmünzen der nationalen Währungen vor der Einführung des Euro. Und das eigentliche Problem der Ermittlungsbehörden sind ohnehin die falschen Scheine: von denen wurden im Vorjahr fast 600.000 aus dem Umlauf genommen. (18.01.2005)
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