Freiwillige vor!
Viele Schulabgänger wissen noch nicht, was sie eigentlich mal werden wollen. Die Zeit der Selbstfindung muss aber nicht mit Studienplatzwechseln oder Ausbildungsabbrüchen verplempert werden. Seit zehn Jahren bietet der Europäische Freiwilligendienst (EFD) eine sinnvolle Alternative.
Während der zehn Jahre seines Bestehens nahmen fast 35.000 junge Menschen die Chance wahr, beim Europäischen Freiwilligendienst Auslands- und Arbeitserfahrung zu sammeln. Mit dem EFD können sich junge Leute im Alter zwischen 18 und 25 Jahren (ab 2007 auch noch bis 30 Jahre) in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland engagieren. Dieses soziale Engagement darf nicht weniger als drei Wochen und nicht länger als ein Jahr dauern.
Meist leisten die teilnehmenden Jugendlichen ihren Dienst in Kindergärten, Jugendorganisationen, Sportverbänden oder bei der Vorbereitung großer Veranstaltungen. Aber auch Dienst an der Umwelt ist bei dem durch EU-Gelder finanzierten Projekt gefragt. So sind zur Zeit gerade zahlreiche Freiwillige aus allen Teilen der EU mit der Behebung von Umweltschäden im Nationalpark Hohe-Tatra in der Slowakei beschäftigt.
Alle Projekte haben eines gemein: es darf durch sie kein Arbeitsplatz ersetzt werden. Zudem müssen alle anfallenden Kosten von der EU, der Entsendeorganisation und dem Aufnahmeprojekt getragen werden. Die freiwilligen Jugendlichen enthalten ein Taschengeld, dessen Höhe sich nach dem Einsatzland richtet, sowie freie Unterkunft und Verpflegung. Für alle Freiwilligen wird eine umfangreiche Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Nach Abschluss des Dienstes wird außerdem ein Teilnahmezertifikat ausgestellt.
Dadurch wird der EFD jedoch nicht mit einem Freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr (FsJ/FöJ) gleichgestellt. Er ist auch kein Ersatz für Wehr- oder Zivildienst oder für ein Praktikum. Demnach wird der EFD auch nicht als besondere Wartezeit, z. B. für einen Studienplatz, anerkannt. Das ändert nichts daran, dass der EFD seit nunmehr zehn Jahren zu den besten Möglichkeiten gehört, diese Wartezeit sinnvoll zu verbringen.
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